Wir sind ...

der Sonderverein der Züchter des gestreiften Italienerhuhnes.  Im Jahre 2014 blicken wir mittlerweile auf ein 120jähriges Bestehen zurück. Das ist ein Grund mehr, das gestreifte Italienerhuhn durch seine verschiedenen Zuchtepochen zu verfolgen.  

 

Die Züchtervereinigung der gesperberten Italiener (auch „Sperberclub“ genannt) wurde am 9. November 1894 in Oberhausen/Rheinland gegründet. Zu den Gründern haben Brauereibesitzer Heinrich Fehrenberg (Essen), Rudolf Strünk (Essen), Heinrich Hayen (Kettwig), Gutsbesitzer Peter Schmitz (Wickrath) und der Erstzüchter der Deutschen Sperber, Otto Trieloff (Duisburg), gehört. Diese Züchter bildeten auch den ersten Vorstand und gaben Richtlinien für die Zucht bekannt. Die Genannten bleiben bis zu ihrem Ableben den gesperberten Italienern verbunden.

 

Im Jahre 1929 wurde die Musterbeschreibung von gesperberte in gestreifte Italiener geändert. Die nächste Änderung wurde dann 1939 vorgenommen. Dieser Standard stellte klar, dass die Grundfarbe der gestreiften Italiener nicht weiß, sondern schwarz ist.

 

Zuchtfreund Fehrenberg führte mit Unterbrechungen jahrelang die Züchtervereinigung als Vorsitzender. Leider wurde er mit sämtlichen Unterlagen über die Gründung und die Geschehnisse im SV während des 2. Weltkrieges im Jahre 1944 unter den Trümmern seines Hauses begraben.

 

Im Jahre 1926 wurde in der Generalversammlung anlässlich der Nationalen in Köln am 4. Dezember im Gasthof „Heidelberger Faß“ die Züchtervereinigung gesperberter Italiener in Züchtervereinigung gestreifte Italiener umbenannt. Es gab erhebliche Diskussionen und auch eine Spaltung der Züchter, denn mit dieser Umstellung waren nicht alle einverstanden. Vor allem der ehemalige Ehrenvorsitzende Fehrenberg war ein eifriger Verfechter der Sperberzeichnung.

 

Die Abstimmung erbeb 5 Stimmen für gesperbert, 4 Stimmen für gestreift, bei 10 Stimmenthaltungen. Da dieses Ergebnis eine Beruhigung niemals herbeigeführt hätte, stellte man auch den folgenden Kompromiss zur Entscheidung, der mit seiner Majorität von 14 Stimmen zur Annahme gelangte. „Wir nennen uns künftig Züchtervereinigung gesperberter und gestreifter Italiener, bis die Zucht nach der einen oder anderen Seite die gänzliche Umstellung herbeiführt.“ Mit diesem Kompromiss war das Problem jedoch nicht gelöst.

 

Gegen die gesonderten Klassen für gesperberte und gestreifte Italiener erhob der damalige Bund Einspruch, auch die Preisrichtervereinigung opponierte verständlicherweise hiergegen.

 

Ab 1927 kam dann die Bezeichnung „Züchtervereinigung gestreifter Italiener“. Viele namhafte Züchter sind damals aus der Vereinigung ausgetreten. Die Aufwärtsentwicklung wurde spontan gestoppt. Es wäre eine grundlegende Bereinigung in der Ausrichtung der Zucht nötig gewesen. Man wollte „gestreifte Italiener“ züchten. Das Grau sollte durch eine „milchblaue“ Grundfarbe ersetzt werden. Man verlangte eine Zeichnung 1:1 bei beiden Geschlechtern und beließ die Grundfarbe bei weiß. Die Figur der Italiener sollte schlank und elegant erscheinen.

 

Erst die Neufassung der Musterbeschreibung im Jahre 1939 entsprach dem Wunsche, diesem Missstand abzuhelfen, indem man der Henne eine breitere Grundfarbe (schwarz) zubilligte. Heute ist es Selbstverständlichkeit, dass die Hennenzeichnung zwei Teile schwarz und einen Teil weiß aufweisen muss, wenn wir mit einem Zuchtstamm ausstellungsfähige Tiere erzüchten wollen.

 

Der 1. Weltkrieg verursachte einen allgemeinen Stillstand in der Zucht. Im Jahre 1919 fanden sich einige Züchter wieder zusammen – es dürfte Zfr. Fehrenberg gewesen sein, der die Initiative übernahm. 1. Vorsitzender der Züchtervereinigung gesperberter Italiener war damals (nach Fehrenberg) Kostantin Bartels, Postmeister in Burgwedel bei Hannover. Ihn hat Karl Weithöner (Essen) abgelöst (1927 – 1932). Er leitete die Geschicke des Sondervereines während der denkwürdigen Jahre der Umstellung. Von 1932 – 1956 war Wilhelm Kronenberg (Mülheim/Ruhr) 1. Vorsitzender. Nach dem Tode von Zfr. Kronenberg, der den SV mit Hingabe führte, übernahm Fritz Schmitz (Mülheim/Ruhr) die Geschicke der Vereinigung. Er war 1. Vorsitzender von 1956 – 1966. Danach übernahm Johannes Schröder (Marburg) den Vorsitz bis zum Jahre 1981. Ab 1981 stand Wilhelm Kottmann (Gütersloh) dem SV vor.

 

Er wurde am 13.12.1987 durch Hermann Frese (Bremen) abgelöst. Von 1993 – August 2009 führte Andreas Seifert (Auetal) den Vorsitz. Doch leider gab es die letzten Jahre keine Aktivitäten seitens des SV mehr.

 

So haben im Frühjahr 2009 Jörg Dutschke (Mittelherwigsdorf) und Dirk Harpke (Biere) beschlossen, den SV wieder zum Leben zu erwecken. So gab es eine Zusammenkunft aller interessierten Zuchtfreunde in Winterstein/Thüringen in der Gaststätte „Meisenstein“ am 30. August 2009. Es wurde eine neue Satzung festgelegt und Jörg Dutschke einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt, der den SV seitdem mit großer Hingabe führt.

 

 

 

Johannes Schröder