Rassestandard

Hinweis für Allgemein-Rassegeflügelpreisrichter

Mit unseren "Gestreiften" haben wir einen hohen Zuchtstand in Form, Kopfpunkte, Besichelung und Federbreite erreicht. Die Streifung der Hand- und Armschwingen sind nicht so exakt gekennzeichnet wie bei den Plymouth Rocks oder gestreiften Zwerg-Wyandotten. Bei der Bewertung in diesem Punkt sollte man vorsichtig sein und diesen als Wunsch zum Ausdruck bringen. Ausschlaggebend ist das Streifungsbild des Flügelschildes.

 

   Werner Eff (Zuchtwart)

   Maik Saure (Sonderrichter)


Herkunft:

Aus italienischen Landhühnern gezüchtet.

Bedeutung:

Frühreifes Legehuhn mit mehrjähriger hoher Leistung. Küken frohwüchsig, leicht aufzuziehen.

Gesamteindruck:

Mittelgroßes, kräftiges Huhn mit gestreckter, nach hinten, im besonderen bei der Henne, ausladender Form auf mittelhoher, breiter Stellung, mit reich entwickeltem, fest anliegendem Gefieder und rassemäßig durchgezüchteten Kopfpunkten; stolze Haltung; äußerst lebhaft und gewandt; in vielen Farben gezüchtet.

 

Rassemerkmale Hahn:

Rumpf:

Kräftig; breit; lang; waagrecht getragen; Bei rosenkämmigen geringere Füllung gestattet.

Hals:

Edel getragen; mit vollem Behang.

Rücken:

leicht nach hinten ausgebogen; ohne merkbaren Absatz in die leicht ansteigende Schwanzlinie übergehend.

Schultern:

Breit und abgerundet.

Flügel:

Lang; fest geschlossen und angezogen getragen.

Sattel:

Reicher Behang.

Schwanz:

Lang; breit; fest angesetzt; leicht ansteigend; voll befiedert mit langen, schön gebogenen, breiten Haupt- und Nebensicheln.

Brust:

Breit und voll.

Bauch:

Gut entwickelt und ausladend.

Kopf:

Länglich, jedoch nicht schmal, in genügender Größe eine harmonische Grundlage für den verhältnismäßig großen Kamm bildend.

Gesicht:

Feinhäutig; federfrei; rot.

Kamm:

Fest aufgesetzter, nierenförmiger Stehkamm ohne Beulen, Falten oder Auswüchse, dessen Fahne, ohne aufzuliegen, der Nackenlinie folgt; die 4 - 5 Zacken sind an ihrem Grunde breit und reichen bis zur Mitte des Blattes; die Mittellinien der einzelnen Zacken treffen sich im Auge; oder mit Rosenkamm, der fest aufgesetzt, fein geperltvorn der Kopfbreite entsprechend, nach hinten sich verjüngen soll. Der mittellange Dorn folgt der Halsbiegung ohne aufzuliegen.

Kehllappen:

Mittellang; gut gerundet; dünn.

Ohrscheiben:

Mittelgroß; oval; glatt anliegend; weiß bis cremefarbig.

Augen:

Groß; lebhaft rot mit scharf abgesetzer Iris.

Schnabel:

Mittellang; kräftig; leicht gebogen; gelb bis hornfarbig; je nach Farbenschlag.

Schenkel:

Kräftig; hervortretend; fest befiedert.

Läufe:

Mittellang; feinknochig; gelb.

Zehen:

Mittellang; gut gespreizt.

Gefieder:

Voll; fest anliegend.


Rassemerkmale Henne:

Geräumiger, vollkräftiger Rumpf mit breiter Brust und gut entwickeltem, vollem, weichem Bauch; mittelhohe, breite Stellung; der Schwanz ist breit angesetzt und wird ziemlich geschlossen in leicht aufwärts steigender Linie getragen; der Kamm gleicht im Schnitt dem des Hahnes, steht vorn aufrecht, der hintere Teil legt sich auf die Seite, ohne das Auge zu verdecken; Feder mittellang, breit, gut gerundet,. Bei Rosenkämmigen geringere Rumpffüllung gestattet; Kamm zwarter als beim Hahn.

 

Grobe Fehler:

Mangelhafter kruzer, klobiger oder schmaler, dünner Körper, vor allem beim Hahn; wenig entwickelter Bauch bei der Henne; flache Brust; enger, zu hoher oder zu tiefer Stand; schwache Schwanzbildung oder schmale Sicheln beim Hahn; steile oder zu flache Haltung des Schwanzes; stehender oder Wickelkamm bei der Henne: Bei Rosenkämmigen sehr grober oder schiefer Kamm; stark aufwärts gerichteter Dorn.

 

Gewicht:

Hahn    2,25 - 3 kg

Henne  1,75 - 2,5 kg

 

- Bruteier - Mindestgewicht 55 g

- Schalenfarbe der Eier Weiß

- Legeleistung ca. 190

 

Ringgröße:

Hahn:   18

Henne:  16

 

Anerkannte Farbenschläge                                        
                                                
 Einfachkamm
  • rebhuhnhalsig
  • goldfarbig
  • silberfarbig
  • schwarz
  • schwarz-weißgescheckt
  • gelb
  • gestreift
  • kennfarbig
  • blau-rebhuhnhalsig
  • blau-goldfarbig
  • orangehalsig
  • perlgrau-orangehalsig
  • rotgesattelt
  • rot
  • blau
  • weiß
  • weiß-schwarzcolumbia
  • goldbraun-porzellanfarbig
  • blau-weißgescheckt
  • gold-schwarzgesäumt
  • gold-blaugesäumt
  • gold-weißgesäumt
 Rosenkamm
  • rebhuhnhalsig
  • goldfarbig
  • silberfarbig
  • schwarz
  • schwarz-weißgescheckt
  • gelb
  • gestreift
  • kennfarbig
  • blau-rebhuhnhalsig
  • blau-goldfarbig
  • orangehalsig
  • perlgrau-orangehalsig
  • rotgesattelt
  • rot
  • blau
  • weiß
  • weiß-schwarzcolumbia
  • goldbraun-porzellanfarbig
  • blau-weißgescheckt
  • gold-schwarzgesäumt
  • gold-blaugesäumt
  • gold-weißgesäumt

 

 

Der Sonderverein der Züchter des gestreiften Italienerhuhnes hat im Jahre 2014 sein 120-jähriges Bestehen. Das ist ein Grund, das gestreifte Italienerhuhn durch seine verschiedenen Zuchtepochen zu verfolgen. Dabei kann man feststellen, dass bis zum Jahre 1920 das Problem der verwaschenen und unsauberen Sperberung angegangen werden musste. Auch waren die Italiener noch steilschwänzig und zu kurz im Körper. Man versuchte durch Einkreuzungen diese Mängel zu beseitigen. Graue Schotten und Plymouth Rocks sollten die Sperberung verbessern, über gesperberte Minorkas wollte man die Figur länger und die Rückenlinie flacher erzüchten.

 

1926 erfolgte die Namensänderung von gesperberte in gestreifte Italiener. Die zwanziger und dreißiger Jahre standen bei den Gestreiften ganz im Zeichen der farblichen und zeichnungsbezogenen Gestaltung. Man gab schnittigen Hähnen und fasanenschwänzigen Hennen den Vorzug, was bald zu einem rapiden Leistungsabfall führte – übrigens bei allen Italienerfarbschlägen.

 

Nachdem man diese Fehlentwicklung erkannt hatte, kam es 1939 zu der heute noch gültigen Musterbeschreibung, die aber seit 1969 Standard genannt wird. 

 

Nach dem zweiten Weltkrieg verlegte man das Zuchtziel zu sehr auf die Züchtung farblicher Feinheiten. Wieder wurden Plymouth Rocks, die bereits eine klare und enge Streifung mit graublauer Zeichnungsfarbe hatten, zur Verbesserung der gewünschten engen Streifung eingekreuzt. Durch diese Kreuzungen wurde das Federwerk schmal und spitz und die Schwänze der Hähne zu dünn. So waren die fehlenden Schwanzpartien Kritikpunkte bis 1965.

 

Bereits ab 1963 legte man sehr großen Wert auf volle Italienerformen. Dementsprechend musste die Streifung breiter zugelassen werden, denn eine enge Streifung bedingt eine schmale Feder. Die Kritiken an den schwanzarmen  „Gestreiften“ sind inzwischen verstummt und die gestreiften Italienerhähne zeigen nunmehr die geforderte Rückenlinie mit breitem Übergang und voller Schwanzpartie.

 

Parallel zur Entwicklung der gestreiften Italiener im Westen wurden im Osten die Tiere von der Spezialzuchtgemeinschaft betreut. Nach der Zusammenführung beider Vereinigungen ist die Anpassung beider Zuchten in vollem Gange, so dass anstehende Probleme bald gemeistert sein werden.

 

 

Vom Italienerhahn erwartet man heute einen vollen, kräftigen Körperbau, der im Alter von sechs bis sieben Monaten 2,25 bis 3 kg aufweist. Der Stand wird breit und mittelhoch (freier Stand) gefordert, eine tiefe breite Brust und ein gut entwickeltes volles Hinterteil sollten ferner den Hahn auszeichnen. Zu tief stehende Tiere lassen die Eleganz der Italiener vermissen und eine höhere Note nicht mehr zu. Man spricht von einer Walzenform. Eine Dreikantform gehört nicht in den höheren Bewertungsnoten.

 

Die Rückenlinie muss waagerecht sein, mit dem tiefsten Punkt über den Läufen und ohne merkbaren Absatz in die leicht anstehende, breit angesetzte Schwanzpartie übergehen.

 

Der breite und fest aufgesetzte Kamm wird ohne Mulden und Beulen verlangt. Die Kammfahne soll dem Nacken folgen, ohne aufzuliegen. Die vier bis fünf Zacken müssen gleichmäßig breit sein und ihre gedachten Mittellinien müssen jeweils auf das Auge zulaufen.

 

Das Gesicht ist rot, federfrei, das Auge feurig bei scharf  abgesetzter Pupille. Die weißen bis cremefarbigen Ohrscheiben liegen flach am Kopf an und sollten glatt sein und keine Falten aufweisen, um im sg-Bereich zu gelangen.

Die Kehllappen sind mittellang, länglich rund und ohne Längs- und Querfalten, wobei das Gewebe dünn ist. Auch sollten sie vorne geschlossen sein, also nicht nach den Seiten hin aufklappen.

Hals und Sattel müssen einen vollen Behang aufweisen. Die Flügelhaltung ist angezogen und waagerecht.

 

Die ideale Henne hat einen geräumigen, kräftigen Körperbau, ist breit in den Schultern und im Becken. Sie soll mittelhoch und breit stehen und Schenkel zeigen. Der breit aufgesetzte Schwanz wird ziemlich geschlossen im Winkel von 45 Grad getragen. Der Kamm entspricht dem Hahnenkamm, ist jedoch dünner, steht vorn ohne Falten aufrecht, der hintere Teil legt sich auf die Seite, ohne das Auge zu verdecken.

 

Die Grundfarbe ist, wie bei allen gestreiften und gesperberten Rassen, schwarz. Die Zeichnungsfarbe ist milchblau. Grund- und Zeichnungsfarbe verlaufen in jeder Feder quer in gleichmäßiger Breite vom Grund bis zur Spitze beim Hahn. Jede Feder soll schwarz enden. Die Streifung sollte möglichst schmal und geradlinig sowie klar und scharf abgegrenzt sein.

Beim Hahn muss das Halsgefieder deutlich durchgezeichnet sein, ebenso der Rücken und die Flügeldecken, das heißt, Rost oder brauner Anflug lassen die sg-Note nicht mehr zu.

 

Bei der Henne sollte die schwarze Grundfarbe bis doppelt so breit sein wie die milchblaue Zeichnungsfarbe. Wesentlich ist, dass die Streifung möglichst schmal und eng sowie klar und abgegrenzt hervortritt. Klar abgegrenzt heißt, die Grundfarbe darf nicht in die Zeichnungsfarbe überlaufen – man spricht dann von einer verschwommenen Zeichnung.

 

Eine intensive schwarze Grundfarbe ist eine absolute Grundforderung für eine klare Streifung, die auch in den Schwingen vorhanden sein muss. Jedoch sollte man die Schwingenzeichnung nicht zu stark kritisieren. Will man diese klar und durchgezeichnet erreichen, werden sehr schnell die Schwingen schmaler, die Federstruktur verschlechtert sich und der Zeichnungstyp wird oftmals zu hell – man spricht von verschlissenen Federn. In der letzten Schausaison sind etliche gestreifte Italiener mit zu offener, sprich heller Streifung noch zu „Ehrenpreisen“ gekommen. Dieses ist natürlich unzulässig. Es darf auf keinen Fall die milchblaue Zeichnungsfarbe genauso breit sein als die Grundfarbe. Dieses widerspräche dem Standard und schließt die Note sg aus.

 

Das Federkleid soll straff und fest anliegen. Oftmals sieht man immer noch Hennen, die über dem Rücken und an den Schenkeln sehr loses Gefieder aufweisen. Hier spricht man von einer Kissenbildung, wobei die Tiere dabei an Schönheit und Eleganz verlieren.

 

Der Italienertyp ist bei den gestreiften  heute auf breiter Basis erreicht, wie die Spitzentiere auf den Sonderschauen unter Beweis stellen – gute Formgebung mit freiem Stand, Körperfülle und voller Schwanzpartie. Auch in der Grund- und Zeichnungsfarbe wird das gezeigt, was der Standard verlangt. Trotzdem ist das Idealbild in seiner letzten Vollendung noch nicht erreicht, alle Probleme sind noch nicht überwunden. Und da eine Rasse vielen Einflüssen unterliegt, tauchen jedes Jahr auch neue Probleme auf, die gelöst werden müssen.

 

Verbessert werden sollten in erster Linie die Köpfe. Dabei haben der Kamm und die Kehllappen eine besondere Bedeutung. Hat der Kamm sechs oder mehr Zacken, werden diese zwangsläufig zu schmal und müssen als Griffelzacken abgelehnt werden. Die Kammfahne soll möglichst rund sein und muss, wie bereits erwähnt, dem Nacken folgen, ohne aufzuliegen. Dünne, zu lange und vor allem offene Kehllappen stören. Längs- und Querfalten werden hat bestraft.

 

Ein weiteres Problem ist die Federstruktur in der Schwanzpartie. Die oberen Schwanzdeckfedern der Henne dürfen nicht mehr oder weniger waagerecht nebeneinander oder gar übereinander liegen, sondern müssen wie die Steuern satteldachförmig aufgebaut sein. Ein Dachschwanz ist ein Ausschussfehler und zieht die  u-Note zwangsläufig nach sich.   

Der Körperfülle und dem lang gestreckten Körper mit waagerechter Haltung muss ständige Beachtung geschenkt werden.

Ferner ist stets auf eine intensiv gelbe Fußfarbe zu achten. Hennensporen sind heute kein Problem mehr. Wird weiterhin so verfahren, dass Hähne nur von mehrjährigen sporenlosen Hennen eingestellt werden, so bleibt das Problem auch weiterhin im Griff. Dass Tiere mit Neigung zu Entenzehen nicht in den Schaukäfig und erst recht nicht in den Zuchtstamm gehören, hat inzwischen auch der letzte Züchter begriffen.

 

Das Ziel für die Zukunft muss heißen: Beibehaltung des Erreichten in Typ, Zeichnung sowie Farbe, weitere Verbesserung der Kämme und der Fußfarbe. Die volle Italienerform muss noch eine breitere Basis bei den Züchtern finden. Zugleich muss die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund bleiben.

 

Unter der Federführung von Trieloff entstanden die erste Musterbeschreibung sowie eine Zuchtanweisung, die für den damaligen Stand der Rassegeflügelzucht ein großes Wissen um die Eigenart der Sperberzeichnung verrieten. Entsprechend der ersten Musterbeschreibung war das Hauptsuchziel: „Ein vorzügliches, zur Eierproduktion geeignetes Huhn, Fleischqualität gering, ein sehr fleißiger Futtersucher, anspruchslos in der Aufzucht und Haltung, für großen Auslauf,  namentlich für das platte Land geeignet, Eier 65 bis 70 g. Auf die richtige Italienerform und –größe sowie Erhaltung der schönen Sperberfarbe ist ganz besonders zu achten.

 

Laut den Grundsätzen für die Prämiierung kamen nur helle und scharfgezeichnete Hähne  und Hennen zur Bewertung. Die Grundfarbe sollte weiß sein, möglichst der Plymouth-Rocks-Zeichnung ähnelnd. Etwas gelblicher Anflug, durch Sonne entstanden, war gestattet. Weiße oder schwarze Schwingen schlossen von der Prämiierung aus. Die Figur sollte schlank, lang gestreckt, nicht zu hoch aber auch nicht zu tief gestellt sein.

 

Im Jahre 1929 wurde die Musterbeschreibung von gesperberte in gestreifte Italiener geändert. Die nächste Änderung wurde dann 1939 vorgenommen. Dieser Standard stellte klar, dass die Grundfarbe der gestreiften Italiener nicht weiß, sondern schwarz ist.

 

 

Erst die Neufassung der Musterbeschreibung im Jahre 1939 entsprach dem Wunsche, diesem Missstand abzuhelfen, indem man der Henne eine breitere Grundfarbe (schwarz) zubilligte. Heute ist es Selbstverständlichkeit, dass die Hennenzeichnung zwei Teile schwarz und einen Teil weiß aufweisen muss, wenn wir mit einem Zuchtstamm ausstellungsfähige Tiere erzüchten wollen.

 

 

 

 

                                                                                                          Johannes Schröder